HEIMAT DER HEIMATLOSEN

Eine Erinnerung an das Vagabundentreffen in Stuttgart an Pfingsten 1929

Vom 21. bis 23. Mai 1929 fand der "Vagabundenkongress" in Stuttgart statt. Der Initiator dieses Treffens war Gregor Gog (1891-1945), der 1927 die "Bruderschaft der Vagabunden" gegründet hatte. In ihr organisiert waren Künstler, Bohemiens, Obdachlose, auch solche, die das Leben auf der Straße frei gewählt haben. Seinem Aufruf folgten an Pfingsten 1929 etwa 500 Menschen, die sich im Freidenkergarten hinter der Kunstgewerbeschule, der heutigen Akademie der Künste, versammelten. Drei Tage lang tauschten sie sich aus, hörten Reden und diskutierten über Kunst und Politik. Der Abend erinnert an dieses Ereignis, das sich tief in das kollektive Stadtgedächtnis eingegraben hat. Der Stuttgarter Publizist und Historiker Ulrich Gohl stellt in einem Kurzvortrag das Vagabundentreffen 1929 vor. Sprecher*innen der Akademie für gesprochenes Wort lesen Reden, die dort gehalten wurden sowie Auszüge aus Polizei- und Zeitungsberichten. Abschließend spricht Dr. Günter Riederer vom Stadtarchiv Stuttgart mit der Illustratorin Bea Davies, Autorin der Graphic Novel „Der König der Vagabunden – Gregor Gog und seine Bruderschaft“.